
FutuRSI – Konzeption einer deutschen Forschungssoftware-Institution
Forschungssoftware ist heute ein zentrales Element wissenschaftlicher Arbeit – von Natur- bis Geisteswissenschaften. Sie wird jedoch oft von Personen ohne formale Softwareausbildung entwickelt, nach Projektende nicht mehr gepflegt und kaum als wissenschaftliche Leistung anerkannt. Das führt zu Problemen bei Reproduzierbarkeit, Nachhaltigkeit und Innovationsgeschwindigkeit.
Während in Großbritannien (SSI 2025) oder den Niederlanden (eScience Center 2025) bereits nationale Strukturen etabliert sind, fehlt in Deutschland bislang eine koordinierte Strategie. Förderinitiativen konzentrierten sich vor allem auf Forschungsdaten (z. B. NFDI), nicht jedoch auf Software (Streicher 2025).
Hier setzt FutuRSI an: Das Projekt entwickelt eine Strategie und einen Implementierungsplan für eine deutsche Forschungssoftware-Institution. Dieses soll eine koordinierende Rolle einnehmen und regionale bzw. fachliche Kompetenzzentren und RSE-Gruppen vernetzen. Es adressiert systemische Defizite durch:
- Qualitätssicherung & Dienste: Unterstützung bei Lizenzierung, Publikation, nachhaltiger Wartung.
- Ausbildung & Karrierewege: Schulungen, Workshops, Fellowships, Stärkung der Research Software Engineers (RSEs).
- Strukturen & Sichtbarkeit: Etablierung & Vernetzung stabiler RSE-Teams, Anerkennung von Software als Forschungsleistung.
- Community & Politikberatung: Integration bestehender Initiativen, Austausch über Disziplinen hinweg, Begleitforschung.
Die Vision von FutuRSI ist ein nachhaltiges, vernetztes und anerkanntes Forschungssoftware-Ökosystem in Deutschland. Durch die Bündelung von Expertise und Ressourcen soll ein Kulturwandel entstehen: weg von punktueller Projektförderung, hin zu langfristiger Infrastruktur, die Innovation, Reproduzierbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit stärkt. Alle Infos zum Projekt befinden sich auf www.futursi.de
Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative der Gesellschaft für Informatik e.V., der Geselschaft für Forschungssoftware (de-RSE e.V.), der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB), das Forschungszentrum Jülich GmbH (FZJ), dem Helmholtz Zentrum Dresden Rossendorf (HZDR) und dem Kompetenzzentrum Digitale Forschung der Universität Jena (zedif). Das Projekt wird durch die Förderung der Klaus Tschira Stiftung ermöglicht.
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